Lysingen:
Der Weg ins Lüttgenland führt über die Brücke, die das Piaovrawasser überspannt, und durch das Cumbrengebirge hinein in das grüne Waldland mit seinen ungewöhnlichen Bewohnern. Zwei Burgen sind auf Lysingen zu finden, Burg Lüttgenklein und Luisenlund. Die nördlichste Landzunge Lysingens ist das in die Snürrentiefen abfallende Snürrenkap, von dem aus sich das Cumbrengebirge längs des Lysingensundes erstreckt. Im Cumbrengebirge hat man eine vortreffliche Aussicht von den unzähligen Gipfeln wie dem Wendelstein und die Karfunkelzinnen, auf denen sich das Abendlicht in den schönsten Farbtönen bricht. Einer der eindrucksvollsten Wasserfälle des Landes, der tosende Lytetsspring, ergießt sich hier in den Lysewein und fließt mit ihm ins Meer.
Lysingen vorgelagert ist die schöne Insel mit der Spiegelstadt. Alle Fassaden der Gebäude dieses Kleinodes sind mit Mosaiken aus farbenprächtigem Glas und glitzernden Spiegelscherben bedeckt, worin sich des Nachts das sanfte Licht der Nachbarinsel spiegelt. Dieses ist die magische Mondlichtinsel mit ihrem hohen Blütenturm, der die sagenhaft Mondlichtkugel beherbergt. Von ihr geht nachts das geheimnisvolle Licht aus, das alle Bewohner der Küstenstädte in eine ganz eigentümliche Stimmung bringt. Sobald die ersten Strahlen sich in ihren Fensterscheiben spiegelt, löschen die am Meer lebenden Lüttgens ihre Lichter aus und pressen die Nasen an die Butzenscheiben ihrer Reet gedeckten Hütten. Keiner mag ohne dieses abendliche Ritual in seinen Alkoven klettern und die Augen schließen.
Im Lysingensund vor der Küste des Cumbrengebirges liegen die sagenumwobenen Skurilen. Eine Galleone mit Fracht aus dem Snüland hat einen beschwerlichen Weg vor sich an diesen schroffen Felsen entlang, wo tausend Gefahren lauern. Unzählige Schiffe sind der Sage nach schon an den Klippen der Skurilen gescheitert und mit Mann und Maus in den Sund gefallen. Auch wenn nur zwei Wracks, eines davon die legendäre Brick Selma Fernando, noch heute sichtbar im Sund liegen, hält sich das Seemannsgarn über die gefahrvollen Klippen in den Hafengeschichten, nicht zuletzt um die Anerkennung für die eigene Zunft zu schüren